28.11.2011F1: Baden gegangen im Oschatzer „Platsch“-Bad

Mit 18:28 (9:12) kam heute die F1 des HC Sachsen bei Jana Delor und ihren Damen des SHV Oschatz heftig unter die Räder. Vielleicht hätten Bärbel Wessel und ihr Team heute gleich das "Platsch"-Bad neben der Oschatzer Rosentalsporthalle zur kalten Dusche besuchen sollen.

Symptomatisch für das ganze Spiel: bis zur 39. Minute hatten die Gäste sich im bis dahin hartumkämpften und streckenweise hochnervös geführten Regionalderby, das spielerisch alles andere als ein Leckerbossen war, nach dem Pausenrückstand wieder auf 14:14 herangekämpft und den Oschatzerinnen flatterte gehörig das Hemd. Es stand Spitz auf Knopf. Ausgerechnet da knickte Marta Adamkova, in der Offensive selbst zwar abgemeldet, aber der unermüdliche Motor des HCS-Spiels und Garant für eine zusammenenhängende Abwehrstruktur, beim Versuch, das 15:14 durch Oschatz Beste, Maria Häußler, zu verhindern, ein und musste zur mehrminütigen Behandlung vom Feld. Das war der Anfang vom sang- und klanglosen Ende. Völlig frei scheiterte Nicole Eckhardt im Gegenzug am Kreis an SHV-Oldie but Goldie Katrin Miersch, wieder Häußler im Rebound zum 16:14 und eine 2-Minuten-Strafe für Melanie Baier, der dann sogleich hintereinander noch die auf der ganzen Linie enttäuschende Therese Torlen und schließlich Petra Janeckova mit Matchstrafe auf die Bank bzw. zum Duschgang folgten. In bis zu dreifacher Überzahl markierte Oschatz das 17:14 und 18:14, war dadurch wieder auf, die HCS-Damen dagegen unwiederbringlich von der Rolle. Nichts kam mehr, außer daß der vorweihnachtliche Watschnbaum umfiel.

Von - bitte aufgemerkt und auf der Zunge zergehen lassen - der 39. bis zur 54. Minute gelang den Gästen kein einziger Treffer mehr, es wurde nur mehr in zunehmender Verzweiflung und ebensolcher Harmlosigkeit aufs Gehäuse der Gastgeber draufgehalten, sofern nicht gleich der Ball zum einladenden Konter abgegeben wurde. So konnte Oschatz, keineswegs im Spielrausch, sondern nur indem die sich bietenden Chancen gegen sich auflösende Gäste fast alle genutzt wurden, dagegen „10 Buden am Stück“ bis zum 24:14 unterbringen. Und das ohne Carmen Schneider und Bianca Ritter. 3:1 und 4:2 hatten die HC Sachsen-Damen bis zur zehnten Minute geführt, bis zum 6:6 in der 16. Minute war`s ein verbissenes Ringen um jeden Ball und hoher 7-m-Dichte, dann ging bei den Gästen die Seuche mit dem Vergeben bester Chancen wieder los, Oschatz zog auf 9:6 (20.) an und hielt den 3-Tore Vorsprung bis zur Hälfte. Noch war zwar nichts verloren – aber die mitgereisten HCS-Fans und Anhänger hatten kein gutes Gefühl: denn bis dahin hatte sich in einer Regelmäßigkeit, nach der man inzwischen die Uhr stellen kann, wiederholt, was in den letzten Wochen schon zu einer unnötigen Niederlage an der anderen geführt hatte.

Ganz ganz schnell wird man sich beim HCS jetzt vor allem einmal überlegen müssen, was die häufigen Formationswechsel insb. auf der Rückraummitte bringen – außer das eigene Spiel offenbar gehörig durcheinander. HCS-Präsident Jens Kade brachte sarkastisch die Situation nach dem neuerlich völlig inakzeptablen Auftritt auf den Punkt: „Wenn man sich dem spannenden Kitzel des Abstiegskampfes aussetzen will, dann muß man nur so weiterspielen.“

Der HC Sachsen spielte mit: Anna Naumann, Katarzyna Wiekiera (beide Tor), Helena Binova 4, Martina Wiele 1, Marta Adamkova 1, Nicole Eckhardt, Therese Torlen, Slavka Ninkovic 4, Petra Janeckova 2, Melanie Baier 6/4, Wiebke Prenzel

Das Spiel im Zeitraffer: 0:1 (5.), 2:4 (11), 5:5 (15.), 9:6 (20.), 10:7 (25.), 12:9 (29.) – 12:10 (33.), 14:11 (35.), 14:14 (39.), 18:14 (46.), 24:14 (54.), 24:16 (55.), 27:18 (59.), 28:18 (60:00)

So sah man das Spiel beim SHV Oschatz:

Souveräner Sieg im Sachsenderby

Es passte alles so klasse zu diesem Tag. Am Vormittag das tolle Spielfest für die Kinder, gemeinsam präsentiert von MITGAS und dem SHV und am Nachmittag der Ligaknüller gegen den HC Sachsen und über allem lachte noch die Sonne! Das konnte nur gut gehen. Vor der Begegnung wurde Katrin Miersch unter dem Beifall aller Zuschauer als langjähriges aktives Mitglied des Vereins geehrt. Außerdem waren die SHV-Damen ganz besonders motiviert, ihre schwache Defensivleistung vom letzten Spieltag zu kompensieren! Es gelang eindrucksvoll.

„Wir haben eine ganz starke Abwehrleistung meiner Mannschaft gesehen und ich freue mich ganz besonders über diesen Sieg“, so eine glückliche SHV-Trainerin Jana Delor. Ganz im Gegensatz zu ihrer Kollegin Bärbel Wessel, die minutenlang wie erstarrt auf der Bank verharrte, wohl vor allem ob der zahlreich vergebenen Chancen ihrer Mannschaft. Im Vorbericht der Gäste war zu lesen „...erwartet wird eine energische Reaktion, kein schicksalergebenes Lamento.“ Genau das wurde umgesetzt, nur eben nicht von den Gästen aus Neustadt/Sebnitz, sondern vom SHV-Team. Es wurde nicht lamentiert wegen des Fehlens ihrer nach wie vor wichtigsten Spielerin, sondern rangeklotzt und die Mannschaft hat sich, den Gegner und vor allem die Zuschauer in der Rosentalhalle vollends überzeugt! Auch wenn der HCS zu Beginn mit 3:1 durch drei Strafwürfe in Folge in Führung ging, bewahrte man beim SHV kühlen Kopf. Und spätestens bei der eigenen 9:6 Führung  in der 20.Minute spürte man das unbedingte Wollen der Oschatzerinnen. In der Pause warb eine Mitmachaktion von MITGAS um aktive Zuschauer. Jeder konnte selbst probieren, den kleinen Ball an der Handballtorwand im Ziel unter-zubringen. Ein paar Mutige fanden sich und stellten schnell fest, dass es dann doch nicht so einfach ist. Nach dem Seitenwechsel kamen die Gäste zunächst besser in die Partie zurück und konnten in der 39.Minute zum 14:14 ausgleichen. Der Ruck, der dann jedoch durch die SHV-Damen ging, war förmlich zu greifen. Maria Häußler packte den (Wurf-) Hammer aus und nagelte zwei Treffer in Folge ins Gästetor, gegen die einfach kein Kraut gewachsen war.  Sie war heute mit 8 Treffern die erfolgreichste Werferin beim SHV. Die Deckung stand wie ein Bollwerk vor dem Kasten von Katrin Miersch und was doch noch drauf kam, entschärfte sie sicher. Die Gastgeberinnen konnten in dieser Phase ihren Vorsprung klar und deutlich ausbauen, hatten nun auch Gelegenheit zu Tempogegenstößen und setzten ihre tolle Abwehr-leistung weiter fort. Beim Stand von 23:14 / 50.Min. kam Sarah Eichhorn für Katrin Miersch ins Tor und knüpfte nahtlos an. Neustadt hatte nun schon 12 Minuten nicht getroffen und auch der nächste Angriff landete in den Armen von Sarah Eichhorn. Im Gegenzug fiel der 24.Oschatzer Treffer und auf den Rängen wurde schon leichter Jubel hörbar, denn es waren  nur noch 7 Minuten zu spielen und nach dem bisherigen Spielverlauf waren das wohl schon eine Vorentscheidung. 

Erst in der 54.Minute konnte Neustadt den Ball wieder ins Oschatzer Tor befördern. Durch eine kurze Konzentrationsschwäche verliefen zwei Oschatzer Angriffe erfolglos und die Gäste verkürzten auf 24:16. Den dann gegen den SHV verhängten Strafwurf lenkte Sarah Eichhorn mit dem Fuß noch an den Pfosten und erneut netzte Maria Häußler im Gegenzug ein. Die Zeit lief den Gäste nun umbarmherzig davon. Ivana Vujica fing den Ball bei nächsten Angriff weg und schickte Stefanie Böhm zum Konter. Die sah die frei mitgelaufene Nicole Natzschka und dann waren es beim 26:16 wieder zehn Tore vor. Den Schlusspunkt zum 28:18 setzte Luise Ganske vom 7-Meter-Punkt. Eine tolle Leistung des SHV-Teams, dass natürlich auch prächtig vom Publikum in der Rosentalhalle unterstützt wurde. Danke auch an die HCS-Fans, die maßgeblich zur guten Derbystimmung in Oschatz beigetragen haben.