23.11.2011F1: Ein spielerisches Feuerwerk...
…war es nicht, das die F1 des HC Sachsen gestern in der „factum arena“ im Sportforum Neustadt abbrannte. In der für eine Achtelfinalansetzung des Landespokals gut besuchten Begegnung mit dem Tabellenvierten der Sachsenliga, den von Angela Wohlrab trainierten ersten Damen des VfB Bischofswerda, ließen die Hausdamen zwar mit dem 29:12 (16:4) Sieg über die ganze Spielzeit keinerlei Zweifel an ihrer haushohen Favoritenstellung aufkommen. Aber es hätten eben durchaus ein paar mehr als 29 erzielte und ein paar weniger als 12 erhaltene Treffer sein können.
Warum es damit nichts wurde ist schnell abgehandelt: vier vergebene 7-m, die zum Teil in die Wolken geworfen wurden und ansonsten des öfteren eine Chancenverwertung wie, exemplarisch herausgegriffen, zwischen der 11. und 13. Minute. Da wurde hintereinander weg zweimal aus dem Rückraum recht unmotiviert verworfen, ein Konter völlig unbedrängt vergeben und die zweite Welle kam durch ein hudeliges Fehlabspiel im Mittelfeld gleich gar nicht ins Rollen. So und mit allerlei Latten- und Pfostengedengel aus besten Positionen vertändelten Bärbel Wessels Damen immer wieder einige Minuten-Sequenzen ohne Torerfolg und mit stolprigem Spiel. Für die nervösen Bischofswerdaer Damen, bei denen sich nach zehn Minuten die technischen Fehler zusehends häuften und die in der ersten Halbzeit ab der 7. Minute (4:2/) offensiv gut zwanzig Minuten nichts Zählbares mehr zustandebrachten (12:2/26. Minute), hielt sich so weniger durch eigenes Zutun der Rückstand im erträglichen Rahmen. Zu Ende der ersten Halbzeit schienen die Gäste dann auch endlich ihre Nervosität besser in den Griff bekommen zu haben und trauten sie sich mit einem Mal mehr. Die Gastgeber spielten die zweite Halbzeit ganz im Rhythmus der ersten weiter und da Bischofswerda über außen nun doch dieses oder jenes Durchkommen fand, endete diese 30 Minuten für den zwei Spielklassen unter dem Drittligisten rangierenden Gast mit einem 8:13 höchst respektabel.
Natürlich ist es nicht einfach, bei einem Spiel, das man im Rahmen sinnvoller Wahrscheinlichkeiten nicht verlieren kann und das die Bedeutung einer Trainingseinheit unter Wettbewerbsbedingungen hat, die Konzentration einigermaßen hoch zu halten. Aber eigentlich wäre das zu diesem Zeitpunkt der Saison gerade der Witz solcher Begegnungen. Konzentriert etwas Neues auszuprobieren, mit dem man für die nächsten Ligabegegnungen dem eigenen Spiel frische Impulse gibt und Sicherheit bei dem gewinnen, was bisher nicht unbedingt rund gelaufen ist. Das gab es in diesem Achtelfinale gleichsam nur in homöopathischen Dosierungen. Im Viertelfinale könnten nun Oschatz, Rödertal oder Marienberg zugelost werden. Über einen fehlenden Kick sollte man sich dann jedenfalls nicht mehr beschweren müssen.
Der HC Sachsen spielte mit: Anne Naumann (1.-60. Minute), Martina Wiele 1, Marta Adamkova 2, Nicole Eckhardt 3, Therese Torlen 3, Slavka Ninkovic 1, Petra Janeckova 8, Anne Zimmermann 3/3, Melanie Baier 8/2
Das Spiel im Zeitraffer: 2:0 (2.), 4:2 (7.), 7:2 (16.), 10:2 (21.), 12:2 (26.), 16:4 (30.) – 17:4 (32.), 19:6 (36.), 20:7 (41.), 22:9 (45.), 25:10 (50.), 27:11 (54.), 29:11 (59.), 29:12 (60.)
So sah man das Spiel beim VfB Bischofswerda:
Keine echte Chance für den VfB 1999 Bischofswerda
Wenn eine Sachsenliga-Mannschaft gegen ein Team aus der 3. Bundesliga antritt, ist das eine Aufgabe, die kaum Aussicht auf erfolgreichen Ausgang hat. Wenn dann aber noch vier sehr gute Spielerinnen (Anne Gersdorf, Marlen Adam, Diana Schiller und Martina Beck) bei der Sachsenliga-Vertretung ausfallen, schwindet jede echte Hoffnung auf ein achtbares Ergebnis und es kann nur noch ein Wunder helfen. Nun, ein Wunder geschah an diesem Spieltag nicht, aber was die Mannschaft vom VfB im Sportforum vom HC Sachsen Neustadt-Sebnitz vollbrachte, grenzte an ein kleines Wunder. Die Frauen, um Trainerin Angela Wohlrab, kämpften einen Kampf wie David gegen Goliath. Unerschrocken und mit dem unbedingten Willen, sich nicht kampflos dem vermutlich Unvermeidbaren zu fügen, zeigten die einzelnen Spielerinnen des VfB, was wahrer Kampfgeist ist. Dabei war es auch sehr interessant festzustellen, was die zweite Reihe der Mannschaft in der Lage ist zu leisten, wenn die erste Reihe nicht zur Verfügung steht. Eines wurde den HC-Sachsen-Fans bei diesem Spiel auch klar – ihre Mannschaft „kocht auch nur mit Wasser“. Viele Wurffehler und Unstimmigkeiten in der Abwehr des HCS lieferten die Vorlage für so manch gute Torgelegenheit (Bild: Nadine Beck beim Torwurf) für den VfB. Im Gegenzug: Unsere Torfrau Romy Klaus lieferte eine schon fast bundesligareife Leistung ab. Oft genug mussten die Damen vom HCS feststellen, dass unplatzierte und überheblich ausgeführte Würfe oder all zu offensichtliche Torwurfversuche dann auch wirklich nur beim Versuch endeten – Romy hielt.
Das Endergebnis von 29:12 für den HC Sachsen mag zwar auf den ersten Blick als recht klar und eindeutig erscheinen, ist aber bei einer derartigen individuellen spielerischen Überlegenheit der einzelnen Sportlerinnen des HCS kein wahres Ruhmesblatt für die Bundesliga-Vertretung und sehr achtbar für die Damen des VfB 1999 Bischofswerda.
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