18.01.2012Die D-Jugend weiblich des HC Sachsen gibt Visitenkarte auf internationalen Parkett ab
Außerdem konnten sie sich mit den Mannschaften von HK Mesto Lovosice, HK Spartak Usti sowie die männliche D Jugend des HK Banik Most messen. Das erste Spiel gegen Lovosice haben unsere Mädels leider etwas verschlafen. Standhandball und eine fast nicht vorhandene Abwehr hinderten unsere Mädels daran zu gewinnen. Die D-Jugend verlor das Spiel mit 8:12 (3:7). Dieses Spiel hätte man durchaus gewinnen können.
Das zweite Spiel gegen Usti nad Labem war schwerer. Auch in dieser Begegnung klappte die Abwehrarbeit und auch das Angriffsspiel nicht, am Ende stand es 7:16 (2:9). Aber der Grund warum das alles im 1. und 2. Spiel nicht funktionierte war jetzt deutlich geworden. Die Probleme im Angriff und Abwehr sind den unterschiedlichen Handballausbildungskonzepten der Verbände beider Länder geschuldet. In Tschechien spielt man schon im E-Jugendbereich mit einer defensiven Deckung so wie die Erwachsenen auch.
Der Spielverlauf war immer gleich. Eine 6:0 Abwehr und dann den Konter setzen. In Deutschland ist bis zur D-Jugend in der ersten Halbzeit die Manndeckung und in der zweiten Halbzeit eine Manndeckung oder offensive Deckung (z.B. 3:2:1, 1:5) Pflicht. In Deutschland muss man sich in dieser Altersklasse öfters auch mal mit einer 1:1-Situation auseinandersetzen. Eine Finte war bei den tschechischen Mannschaften nicht zu sehen. Unsere Mädels waren natürlich nicht in der Lage eine 6:0-Abwehr zu knacken. Deshalb wurden die meisten Treffer aus der zweiten Reihe geworfen. Zudem ist es in Tschechien nicht üblich bei einer zwei Minuten Strafe die Mannschaft aufzufüllen, welches bei uns bis zur D-Jugend üblich ist. Kurzum, unsere Mädels wurden mit Spielkonzepten konfrontiert, die sie noch nicht lernen und deshalb auch nicht spielen können.
Der HC Sachsen wäre aber nicht der HC Sachsen, wenn er nicht noch ein Trumpf in der Tasche gehabt hätte. Wenn alle Turnierteilnehmer eine 6:0 Abwehr spielen und wir dadurch kaum Tore werfen können, wie kann dann der Gegner mit einer absolut konsequent gespielten Manndeckung umgehen? Diese Überlegung kam den Trainerteam, Anett Schubert und Jan Gündel, vor dem Spiel gegen die Jungs von HK Banik Most und setzten diese Idee in die Tat um. Und siehe da, der Gegner kam überhaupt nicht damit zurecht. Die meisten 1:1 Situationen konnten die HC Sachsen-Mädels gewinnen. Dass es im Angriff dennoch nicht so gut klappt war allen klar. Aber keine wollte sich „abschlachten“ lassen, schon gar nicht von Jungs. Ein Halbzeitstand von 7:8 zeigte das auch. Die Mädchen gefiel es so zu spielen und den Gegner zu ärgern, welche diese Spielweise wohl erstaunen ließ. Selbst das Kampfgericht und die Mädels und vor allen Jungs von Lovosice feuerten uns dann an und freuten sich über gelungene Aktionen.
Bei den Jungs ging es wohl eher um unsere schönen Sachsenmädels als um Handball. Zum Schluss gingen dann aber die Kräfte aus und man verlor auch das Spiel, allerdings nur 15:17. Eine neue Erfahrung und eine schöne Reise war es trotzdem für unsere Kleinen. Diese Erkenntnis ist den Trainern noch wichtiger als ein Sieg. Wir bedanken uns bei den Verantwortlichen von Lovosice für die Einladung, wir kommen gern wieder. Das Fazit der Trainer ist einfach, die Fahrt hatte den Zweck etwas zu lernen und Spaß zu haben. Beides war gegeben. Außerdem gibt es ein neues Wort in der Mannschaft. In Zukunft wird der Trainer am Anfang immer zum „ Zumba“ ( gemeinsames Aufwärmen ) bitten.
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