13.11.2011 17:00 UhrSV Germania Fritzlar - Team F1 HC Sachsen
| Heim | Gast | Ergebnis | Ort |
|---|---|---|---|
| 29:22 (16:11) | Halle König-Heinrich-Schule, Schladenweg 43, 34560 Fritzlar |
F1: Angriffseffizienz unter 50 %
Die dritte Niederlage in Folge musste die F1 des HC Sachsen bei ihrem Gastspiel in Norhessen gegen den aktuellen Tabellenführer der Staffel Ost der Liga 3, den SV Germania Fritzlar, einstecken und fiel damit mit nunmehr 8:8 Punkten ins untere Mittelfeld der Tabelle zurück. Bei der 22:29 (11:16) Pleite lieferte Bärbel Wessels Team auf dem Feld leider die praktische Auflösung für das Rätsel, das die Trainerin der Gastgeber, Susanne Bachmann, im Vorbericht angesprochen hatte. Sie sprach nämlich ihre Verwunderung darüber aus, dass bei dem individuellen Potential der HC Sachsen-Damen doch unerwartet bereits einige Punkte liegengelassen worden sind.
Denn die Schwächen in der Sachsen-Offensive waren erneut unübersehbar. In Fritzlar wurde diesbezüglich sogar ein neuer Tiefstwert erreicht. Bei 24 Fehlversuchen aus dem Positionsangriff und bei 3 (von 3) verworfenen Strafwürfen wurde die offensive Effizienzquote noch deutlich unter 50 % gedrückt. „Fritzlar hätte auch nur eine Stange ins Tor stellen können, wir hätten sie heute getroffen,“ brachte Co-Coach Stefan Grosse die eklatante Angriffsschwäche nach dem Spiel ungewohnt sarkastisch, aber auf den Punkt. Da gleichzeitig mit dem immer schmerzlicher empfundenen Fehlen von Jenny Kolewa, mit deren Rekonvaleszenz und Rückkehr nicht vor Februar des kommenden Jahres zu rechnen ist, auch die Defensive anfälliger geworden ist, gehen aktuell Spiele gegen alles andere als Übergegner doch recht deutlich verloren. Da nutzt es herzlich wenig, sich darauf zu berufen, dass „eigentlich“ spieltechnisch ansonsten „auf Augenhöhe“ agiert wurde. Handball ist zwar ein Fehlerspiel, aber aus seinen Chancen so wenig zu machen ist „eigentlich“ kein Fehler mehr, sondern nur noch eines - fahrlässig.
Auch unterliegt das Spiel von Bärbel Wessels Damen derzeit einem eigenartigen Rhythmus, der nur ins Auge gehen kann und der gewisse Fragen zur Teamkonzentration aufwirft. Wie schon gegen Kirchhof und Osterode, legten die HCS-Damen zwar auch in Fritzlar in der Anfangsphase des Spiels vor und führten nach 10 Minuten 6:3. Wieder aber kam, wie in den Vorbegegnungen, nichts Energisches nach. Man hat derzeit einfach nicht den Eindruck, dass konsequent drangeblieben und ein Sack zugemacht werden soll, je früher, desto besser. Die Gastgeber konnten so binnen 8 Minuten die Spielhohheit übernehmen und, selbst nun in Vorlage, das Spiel drehen. Als die derzeit torgefährlichste HCS-Aktrice Melanie Baier beim Versuch, beim Stand von 9:9 in der 17. Minute einen Konterlauf der Gastgeber zu stören, in den Clinch ging und für diesen Körperkontakt die Matchstrafe erhielt, begann Fritzlar sich mählich abzusetzen. Bis zum 13:11 in der 28. Minute hielten die Gäste noch den Anschluß, dann schlug es, bei jeweils eigener miserabler Chancenverwertung, in zwei Minuten noch dreimal im HCS-Gehäuse ein. 16:11 bzw. fünf Tore Rückstand, das war erneut das dicke Päckchen, mit dem völlig unnötig belastet die Gäste in die Kabine gingen.
Der Dreierpack, den Fritzlar noch kurz vor der Halbzeit eingetütelt hatte, hatte psychologisch wohl seine nachhaltige Wirkung getan. Beim 22:15 in der 45. Minute war Fritzlar durch und konnte, den sieben Tore Vorsprung verwaltend, den Rest kontrolliert herunterspielen. Eine Reihe fraglicher 2-Minutenstrafen mag in der zweiten Hälfte dazu beigetragen haben, dass der Motor des Sachsen-Spiels erst gar nicht angeworfen werden konnte – das allein kann es aber nicht gewesen sein. Das nach der Landespokalbegegnung gegen Bischofswerda dann in 14 Tagen anberaumte Regionalderby der nunmehrigen Tabellennachbarn in Oschatz hat mit dem anhaltenden Schwächeln der HC Sachsen-Damen jetzt noch Einiges an zusätzlicher Würze erhalten.
Für den HC Sachsen spielten: Helena Binova 1, Martina Wiele 5, Marta Adamkova 1, Therese Torlen 3, Slavka Ninkovic 6, Anne Zimmermann 1, Petra Janeckova 5, Melanie Baier