04.12.2011„Endlich diese Sch....-2 Punkte mitgenommen“...
...brachte HC Sachsen Goalie Anne Naumann, die F1 Coach Bärbel Wessel auf den Trainer Talk nach dem heutigen Liga 3 Spiel in der „factum arena“ im Sportforum Neustadt begeleitete, die Gefühlslage nicht nur ihrer Mannschaft, sondern auch der Fans und Anhänger kurz und treffend auf den Punkt. In einem ziemlich strapaziösen Wechselbad der Gefühle hatten die Gastgeber gegen die ersten Damen der Eintracht aus Hildesheim nach einem – in dieser Saison leider fast schon obligaten – 11:15-Halbzeitrückstand am Ende mit 31:27 nach vier Niederlagen in Folge wieder ein dringend benötigtes Erfolgserlebnis. Nicht auszudenken, wenn das heute wieder schief gegangen wäre. Kein Wunder, dass nach der Begegnung der Jubel der HCS-Aktricen groß war und auch Tränen der Erleichterung flossen.
Anne Naumann, die nach ihrer Einwechslung in der 15. Minute vor allem in der zweiten Halbzeit ein Reihe erstklassiger Chancen der Gäste mit blitzsauberen Reflexen vereitelte, hatte daran einen großen Anteil. Ebenso wie Melanie Baier, die, in Abwehr und Angriff gleichermaßen, in der laufenden Saison ihr bestes Spiel im Sachsen-Trikot gemacht haben dürfte, und Martina Wiele, die sich offensiv mit ihren 6 Treffern aus der Distanz, von außen oder aus dem 1:1 in der Mitte und in der Abwehr aus vorgezogener Position mit dem geistesgegenwärtigen Abfangen von Aufbauzuspielen der Gäste und damit der Einleitung schneller Gegenzüge zum Matchwinner entwickelte. Aber auch alle anderen zogen mit, nachdem in der 37.Minute eine Abwehraktion von Slavka Ninkovic vertretbar, aber sehr hart mit der roten Karte geahndet worden war und damit klar war, dass es für das Feld keine Einwechselmöglichkeit mehr gab. Denn die HCS-Damen waren nur zu neunt aufgelaufen, nach den verletzten Jenny Kolewa und Anne Zimmermann fehlte studienbedingt nun auch noch Therese Torlen.
Wenn man ehrlich ist: nach der ersten Halbzeit, die nach dem Muster der zurückliegenden verlorenen Spiele ablief war einem recht mulmig. 11:15, wieder 4 Tore hinten. Insbesondere die Art und Weise, wie es zu diesem Rückstand kam, stimmte bedenklich. Nach der anfänglichen 2:0-Führung der HC Sachsen-Damen war es nämlich wieder, statt weiter vorzulegen, der erste Fehlversuch, der dem Elan der Gastgeber einen Dämpfer versetzte und den nervös startenden Gäste erlaubte, an Spielsicherheit zu gewinnen und zunächst „auf Augenhöhe“ heranzukommen. In der ersten Unterzahlsituation mussten dann die Gastgeber das 5:5 bis zum 5:7 hinnehmen, dem Verkürzen auf 6:7 folgte die zweite zwei Minutenstrafe. Auch der deutlich früher als in den letzten Begegnungen eingelegte Timeout konnte nicht hindern, dass Hildesheim in der 16. Minute als unmittelbare Antwort auf einen verworfenen 7-m auf 6:9 davonzog. Und die Damen von Timo Liepelt machten es in dieser Phase richtig gut, sie hatten sich die Spieldominanz errungen, ein ums andere Mal war vor allem Eintracht-Kreismitte Nevena Orsulic von der an den Kreis zurückgerückten HCS-Abwehr nicht zu halten. Auf 6:11 wuchs so nach 20 gespielten Minuten der Vorsprung der Gäste an. Mit der Abwehrumstellung – Melanie Baier rückte ins Abwehrzentrum – wurde zunächst einmal Schlimmeres verhindert. Bis zur Halbzeit konnte aber nur um ein Tor verkürzt werden, kein Anzeichen, dass die Gäste schwächelten.
Das kam ab der 35. Minute. Im Gegensatz zu vorherigen Spielen, gelang es den HCS-Damen diesesmal die zunehmenden Abschlussschwächen der Hildesheimerinnen zu einer energischen Aufholjagd zu nutzen. In der 40. Minute war das 18:18 geschafft, die Gegengewehr der Gäste aber noch mitnichten erlahmt. Sie setzten vielmehr bis zur 42. Minute zwei Nadelstiche zum 18:20, die in der 43. Minute beim 20:20 durch Nicole Eckardt wieder egalisiert waren. Binnen 3 Minuten drehten dann Melanie Baier und erneut zweimal Nicole Eckardt das Spiel zugunsten ihres Teams , der Timeout von Timo Liepelt konnte für die Eintracht-Damen keinen „Re-Break“ mehr herbeiführen. Vielmehr waren es diesesmal die Sachsen-Damen, die eine Überzahlsituation zum 5 Tore Vorsprung bzw. zum 25:20 in der 48. Minute nutzen. Hildesheim gab nicht auf, war aber, wie Timo Liepelt schließlich den Auftritt seiner Damen zusammenfasste, nicht clever genug, um die Hausdamen, auch mit offener Deckung 3 Minuten vor Schluß, nochmals in Verlegenheiten zu bringen, wie das in der ersten Halbzeit gelungen war. Von 30:25 kamen die Gäste in der Schlussphase noch auf 30:27 heran, ehe Melanie Baier mit dem 31:27 in der 59. Minute einen markanten Schlusspunkt unter ihre starke Leistung setzte. „Mit dem Ausgleich war der Kopf frei, und wir haben endlich wieder gespielt, was wir können,“ fasste Anne Naumann zusammen. Ja, die Teamleistung der zweiten Halbzeit mit Angriffseffizienz und beweglich-zupackender Abwehrarbeit, das konnte sich endlich wieder wirklich sehen lassen – jetzt gilt es: weiter, genau so.
Der HC Sachsen spielte mit: Katarzyna Wiekiera, Anne Naumann (beide Tor), Martina Wiele 6, Marta Adamkova 2, Helena Binova 3, Nicole Eckhardt 2, Slavka Ninkovic 7/1, Petra Janeckova 1, Melanie Baier 10
Das Spiel im Zeitraffer: 2:0 (3.), 2:2 (6.), 5:5 (11.), 6:9 (16.), 6:11 (20.), 10:14 (25.), 11:15 (27.) – 12:15 (31.), 16:17 (37.), 18:18 (40.), 23:20 (46.), 26:21 (50.), 28:24 (55.), 30:25 (57.), 31:27 (59.)
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