27.01.2012Nichts ist unmöglich – Visite bei den launischen Knetterheidis

Am voraussichtlich recht frostigen Sonntag, 29.01.2012, tritt die F1 des HC Sachsen die Fernreise ins Lipperland an, um, nach dem Regionalderby gegen Leipzig 2, ab 17.00 Uhr die Punktspielbegegnung mit dem nächsten Tabellennachbarn, der SG Knetterheide/Schötmar zu bestreiten. Eine Prognose zum Spielausgang fällt schwer, denn beide Mannschaften, nach Minuspunkten gleichauf, sind nach dem bisherigen Saisonverlauf zwar allemal für Überraschungen gut, dies aber in beiden Richtungen.

Verglichen mit der Vorsaison, in der man zu Anfang der Rückrunde das Abstiegsgespenst mit auf der Bank sitzen hatte, ist man in Bad Salzufeln, dem Vereinssitz, wohl mit dem bisherigen Abschneiden in der laufenden Spielzeit bzw. der sicheren Mittelfeldplatzierung der „Knetterheidis“ durchaus zufrieden. Allerdings schwanken die Leistungen doch erheblich. So sind die Damen um Coach Axel Carls zu vielem fähig, allerdings nicht zur Konstanz. Zuletzt viel Nervosität und Hektik mit durchwachsenen Abwehrleistungen und Riesendusel in Burgdorf, dass die dortigen Youngster offenbar noch flattriger drauf waren. Läßt man die Ergebnisse der SG-Damen weiter gegenüberstellend revue passieren, neigt man zur Prognose: nichts ist unmöglich. Für die SG-Damen nicht. Aber auch nicht für ihre Kontrahentinnen, Nach der 25:30-Hinrundenniederlage beim HC Sachsen (Axel Carls Damen hatten gegen in der ersten Halbzeit völlig indisponierte Gastgeber eine 8 Tore Führung verdaddelt) folgten 2 Heimsiege gegen spielstark eingeschätzte Teams – Kirchhof und Osterode/Harz. Während es gegen Hildesheim „nur“ zu einem Unentschieden reichte, wurde der aktuelle Tabellenführer – Stemmer/Friedewalde – in dessen Halle mit 4 Toren geschlagen. Auch gegen Leipzig 2 konnte das Carls-Team die Punkte mit ansehnlichen 5 Toren Differenz klar und deutlich im Lipperland behalten, um dann gegen das in dieser Saison sicher weit hinter seinen Erwartungen gebliebene Halle/Westfalen mit 10 Toren Differenz zu verlieren. Gegen Thüringen 2 spielten die SG-Damen, wie ihre Gäste, praktisch ohne Abwehr und lieferten sich so ein 36:40-Scheibenschießen, nach dem wahrscheinlich erst einmal die Tornetze geflickt werden mussten.

 Wie immer. Schwächelt der Gastgeber, soll`s recht sein. Vertrauen kann man darauf aber nicht. Bärbel Wessel und ihr Team tun jedenfalls gut daran, sich sehr konzentriert auf eine kampf- und auch spieltstarke Mannschaft einzustellen. Dass die HC Sachsen-Damen, trotz anhaltender Verletztenmisere und somit höchst angespannter Kadersituation, über sich hinauswachsen können, zeigten sie an allen Spieltagen seit dem Jahreswechsel. Durch eine imponierende Teamleistung behielt man einen Punkt gegen den hochfavorisierten regionalen Nachbarn der „Knetterheidis“, Blomberg 2, in Neustadt. Da sah man etwas, was man in der Liga den vergleichsweise „älteren Damen“ des HCS wohl nicht zugetraut hatte; sie können auch Tempo gehen. Mit nur einer Wechselspielerin angereist, bot man auch dem Tabellenführer aus Stemmer lange Zeit Paroli und schaffte 30 Tore in deren Halle, was auch nicht jeder Mannschaft gelingt. Last but least vergangene Woche: mit erneut deutlich schmäler besetzter Bank als das hochmotivierte Junior-Team des HCL, konnten Baier &Co. auch hier nicht nur mithalten, sondern hatten den Sack „eigentlich“ schon zu.

 Verstecken müssen sich die HCS-Damen also nicht und können sich für Sonntag ruhig was vornehmen. Den ersten doppelten Punktgewinn im neuen Jahr z.B.. Dafür wird das Wessel-Team, auch wenn immer noch nicht alle Spielerinnen fit sind, am Sonntag, 17.00 Uhr, jedenfalls „Ball und Herz in beide Hände nehmen“. Nach Genesung wird auch Therese N. Torlen mit hoher Wahrscheinlichkeit in Knetterheide wieder spielen können und somit dem Rückraumspiel des HCS mehr Möglichkeiten eröffnen. Für Marta Adamkova und Anne Zimmermann kommt der Trip ins Ostwestfälische allerdings noch etwas zu früh. Die Rekonvaleszenz der beiden Rückraum-spielerinnen braucht noch Zeit.