30.09.2018Neustadts Damen gewinnen den Tag der Überraschungen in Görlitz

Das Team des HC Sachsen Neustadt-Sebnitz ist mächtig durch Verletzungen gebeutelt. Mit derart gemischten Gefühlen waren sie dann an die Neiße aufgebrochen, dass es eigentlich nur um Schadensbegrenzung ging. Schon vorher sahen sie alle ihre Felle Richtung Ostsee wegschwimmen. Allerdings sollte es jedoch ein Tag voller Überraschungen werden. Die erste war, dass sich auch die Gastgeberinnen mit einem noch etwas größeren Rumpfteam entgegenstellten. So war schon zu Spielbeginn das Personal auf der Platte sehr überschaubar. Während die Gäste immerhin bei einer Torhüterin neun Feldspielerinnen aufboten, waren es beim Gegner zu einer Keeperin nur sieben außerhalb des Strafraumes. Dabei war bei Neustadt Tabea Drews nur fürs Werfen der Siebenmeter mitgekommen, aber derer gab es nur einen und den verwarf sie noch. Doch im Nachfassen versenkte sie den Abpraller. Damit war ihr Kurzeinsatz noch clever beendet. Die davon größte Überraschung aber bot der HCS mit einem Respekt einflößenden Start, der bereits in der vierten Minute nach dem 4:1 die Grüne Karte des Koweg-Trainers erforderte. Trotz der Ansagen kam beim Gastgeber keine Ruhe auf und die Neustädterinnen zogen konsequent ihr Spiel ohne Rückraum durch. Die Bein, Bräuer und Co. übernahmen für den HC Sachsen Verantwortung, und wie! Mit dieser Situation kamen die Görlitzer Damen nicht klar und reduzierten sich bis zur 20. Minute selbst. Ihre tragenden Kräfte Klegrova und Kühn durften da bereits auf der Tribüne Platz nehmen. Das hatte aber relativ wenig Einfluss auf den Spielverlauf, weil die HCS-Frauen bis dahin bereits das Spiel vorentschieden hatten. Mit eigenem super Auftritt hatten sie den SV da mit 11:4 schon fast an die Wand gespielt. Alles andere war in der Folgezeit mehr ein Verwalten des Vorsprungs, auch unter Nutzen der nun größeren personellen Vorteile. Trainer Bernd Berthold war selbst mehr als überrascht, wie diszipliniert und engagiert sein Team seine Forderungen umsetzte: „Wir mussten hier ohne Rückraum antreten, aber mein Team überraschte mit einer super Leistung. Koweg kam von Beginn an nicht mit unserer Schnelligkeit zurecht. Besonders Sophie und Teresa Bein konnten da schon nur durch Zeitstrafen des Gegners gestoppt werden. Das war von den jungen Mädels in der ersten Hälfte hervorragend gespielt. Dabei waren die Abwehrarbeit und der Zug nach vorn top und voll zufriedenstellend. Alicia Bräuer suchte und fand auf der Mitte immer Lösungen für die anderen Spielerinnen. Besonders durch gutes 1:1 schöpften die ihre Möglichkeiten gegen die erfahreneren Gastgeberinnen voll aus und stellten Koweg immer wieder vor Probleme. Das 17:7 zur Halbzeit war ein super Auftakt, aber auch klar, dass eine solche Halbzeit nicht zweimal gespielt würde. Im zweiten Durchgang konnte sich Koweg trotz Unterzahl fangen und spielte voll auf Risiko. Mehrfach setzte sich da Koweg gut durch und kam bis auf sechs Tore ran, auch weil uns einige dumme Zeitstrafen unterliefen. Damit war mehrfach pari-pari auf der Platte hergestellt. Dann kam mein Team aber wieder in die Spur zurück. Insgesamt spielte es eben disziplinierter als Görlitz, das in der 58. Minute mit glattem Rot eine weitere Akteurin verlor. Das Spiel war da schon entschieden. Mein besonderer Dank gilt auch der Mitwirkung von Sarah Lange und Elisa Kreisch, die sich ordentlich einfügten, für die Aushilfe aus der zweiten.“ Damit holten die Neustädterinnen überraschend zwei Punkte gegen den bis dahin verlustpunktfreien Tabellenführer. Jetzt darf die Pause allseits und intensiv für die Regeneration genutzt werden und es bleibt zu hoffen, dass danach der Kader etwas aufgefüllt werden kann.

HC Sachsen spielte mit: Wiekiera; Kreisch (1), Mosig (3), Lange, A. Bräuer (3), Storm (7), Drews (1), Müller, S. Bein (5) und T. Bein (6).